Liebe Leser,
rückblickend war das Trödeln in den Höfen ein voller Erfolg. Nicht nur in der Fischergasse gab es ein reges Treiben. Mein herzlicher Dank gilt an dieser Stelle nochmals dem Organisationsteam! Das Elbeschwimmen war ebenfalls gut besucht, wenngleich, trotz tollen Sonnenscheins, die Luft- und Wassertemperaturen etwas zu wünschen ließen.
Die Fischergasse rückte in letzter Zeit durch ein weiteres Ereignis in den Vordergrund. Seit Anfang September ist hier eine rege Bautätigkeit zu beobachten. Die Wasserversorgung Riesa-Großenhain (WRG) erneuert die Leitungen. Das ist einerseits sehr erfreulich. Andererseits ist es sehr ärgerlich, sofern man an die Anwohnerinformation betrachtet. Auch wenn es sich nicht um eine städtische Baustelle handelt, die weder von uns betreut und geplant noch bezahlt und umgesetzt wird, so hätten wir den Vorhabenträger gerne besser bei der Planung und Information der Bürger unterstützt. Wir hatten bislang gute Erfahrungen mit Einwohnerversammlungen im Vorfeld von größeren Tiefbaumaßnahmen. Denn erfahrungsgemäß sind es oft nur Kleinigkeiten, die vielmals großen Ärger verursachen und zu Verzögerungen führen. Da geht es darum, ob die Mülltonnen abgeholt werden, wo man parkt, ob Grundstücke befahrbar bleiben oder an wem man sich wenden kann, falls eine Möbellieferung kommt. Leider war es nicht mehr möglich, eine entsprechende Zusammenkunft als Service für die WRG und natürlich vor allem für die Bürger im Vorfeld durchzuführen. Der Baubeginn wurde so kurzfristig terminiert, dass wir schlichtweg in den verbliebenen Tagen nicht die notwendigen Beteiligten zusammenbekommen hätten, um auf die Bautätigkeiten (was), auf den Bauablauf (wie und wie lange) oder auf wichtige Fragen der Anwohner sachgerecht einzugehen. Oftmals ergibt sich gerade aus diesen Treffen eine Vielzahl von Anregungen, z.B. zur Verkehrsführung, die es allen leichter machen. Aber man muss eben auch die Chance erhalten, eine solche Versammlung im Vorfeld mit ausreichendem Vorlauf planen und vorbereiten zu können.
Besser verlief dagegen die Badsaison. Die Besucherzahlen stiegen. Ein jeder spürte, wie wichtig diese Einrichtung für unseren Wohnort ist. Denn bei Temperaturen jenseits der 40 Grad Celsius war der Sprung in das kühlende Nass für viele oftmals eine der wenigen Möglichkeiten, der Hitze zu widerstehen. Mein ganz großer Dank gilt dem gesamten Bad-Team um Jakob Hesse, Sandra Dorn und Hans Sachs, welches mit seinem Einsatz den Badebetrieb bei Wind und Wetter gewährte oder zu Saisonbeginn alleinig mit Eimer, Hand und Besen die Filter mit Aktivkohle wieder auffüllte. Danken möchte ich ebenso den Rettungsschwimmern von ASB und DRK. Wichtig war auch die Unterstützung unseres Bauhof-Teams um Sven Pietsch, Heiko Baum und Olaf Emmerich, das sich wieder tatkräftig im Bad einbrachte und somit wesentlich zum Gelingen der Saison beitrug. Übrigens erzielte das Strehlaer Nixenbad erneut eine sehr gute Bewertung im Ranking der Freibäder in Deutschland. Mit Platz 290 von 3.077 bewerteten Mitbewerbern gehören wir zu den TOP 10-Prozent in Deutschland!
Auch in diesem Monat stehen wieder wichtige Entscheidungen an. So muss die Stadt erneut über das gemeindliche Einvernehmen nach Baurecht (§ 36 BauGB) zum geänderten Antrag auf immissionsschutzrechtliche Genehmigung für die Errichtung und den Betrieb von nunmehr sechs Windrädern (statt bisher sieben Anlagen) in der Ortslage Paußnitz befinden. Persönlich erwarte ich eine ähnliche Entscheidung wie beim letzten Mal. Zugleich sind die Weichen für den neuen Digitalpakt 2 für die Ausrüstung der Schulen mit IT-Technik zu stellen. Derzeit bereiten wir eine Antragstellung beim Fördermittelgeber vor. In Vorbereitung ist auch die Errichtung von zwei Zisternen für die Löschwasserentnahme der Feuerwehr in Paußnitz und Strehla. Damit erfüllen wir Vorgaben zum Brandschutz und zur Löschwasserversorgung, z.B. für die Oberschule und die Jugendherberge.
Ungeklärt ist die Situation der Teiche im Stadtgebiet. Positiv ist, dass es uns gelang, für den Teich in Kleinrügeln einen gesteuerten Zulauf wieder herzustellen. Offenbar war dieser im Zuge der Abwasserarbeiten vor vielen Jahrzehnten gekappt worden. Kritisch bleibt der Zustand der Gewässer, besonders in Großrügeln und Unterreußen. Unser größtes Sorgenkind ist nach wie vor der Paußnitzer See. Trotz kurzzeitiger Erholung über den Winter litt das Gewässer auch in diesem Jahr unter Wassermangel und Austrocknung. Dies ist sicherlich auf das geänderte Wetter und die sehr hohen Temperaturen zurückzuführen. Andererseits wird uns seit Inkrafttreten des Planfeststellungsbeschlusses zum Flutungspolder Außig auch die zusätzliche Steuerung des Wasserzuflusses über die Dahle faktisch verwehrt. Vor das Schirmenitzer Wehr wurde, als Teil der Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen zur Renaturierung der Dahle (!), nämlich eine ungesteuerte Überflutungsmauer errichtet. Folglich ist (gemäß Vorgabe des Planfeststellungsbeschlusses) nur bei Überlauf dieses Bauwerkes eine Ableitung des Wassers für den Paußnitzer See erlaubt. Der Pegel der Dahle am Wehr müsste dabei allerdings so hoch sein, dass dies faktisch nur bei Starkregenereignissen möglich wäre. Somit fehlt, insbesondere im Sommer, die zweite Möglichkeit den Wasserstand des Paußnitzer Sees zu stabilisieren. Wir halten diese Handhabung für falsch, ebenso die hydrologischen Untersuchungen, die zu dem Schluss kommen, „[dass der] Trockenfall des Paußnitz Sees unwahrscheinlich [sei].“ Aus diesem Grund haben wir eine ablehnende Stellungnahme zur Erweiterung des Planfeststellungsbeschlusses für das Flutungspolder Außig um weitere Baufällungen, auch in Paußnitz, formuliert. Denn die zusätzliche Entnahme von Hölzern verbessert zumindest nicht die Wassersituation. Damit stellen wir uns nicht gegen das Flutungspolder. Wir wollen aber eine Änderung für den Paußnitzer See auf den Weg bringen. Wir werden weiter hierüber berichten.
Viel zu berichten gibt es hoffentlich auch für unserer Kinder und Jugendlichen, wenn diese am Monatsende, nach den Herbstferien, wieder in die Schule zurückkehren. Bis dahin wünsche ich Euch, liebe Schüler, erholsame Ferien. Ich freue ich mich auf ein „Wiederlesen“.
Bis Bald!
Ihr
Jörg Jeromin
Bürgermeister
Positionspapier der Stadt Strehla - Die Spaltung zwischen Stadt und Land durch Stärkung des ländlichen Raumes überwinden
Sehr geehrte Damen und Herren,
zu Recht rückte mit der Kabinettsumbildung der ländliche Raum in den Fokus eines ganzen Bündels von Maßnahmen. Sorge bereitet uns das weitere Auseinanderdriften zwischen Stadt und Land, welches sich zunehmend auch in den Köpfen verankert und als gegeben hingenommen wird. Diese Tendenz gefährdet die nachhaltige Entwicklung des gesamten Freistaates und den Zusammenhalt der Menschen. Der ländliche Raum droht, unter die Räder zu kommen.
Die Vertreter der Stadt Strehla formulierten daher das Positionspapier Regionalplanung, zentralörtliche Funktion und kommunaler Finanzausgleich. Wir nutzen den frischen Schwung der Debatte, um zu einer sachlichen Diskussion und zur Verbesserung der Problemlage beizutragen. Das Positionspapier wurde in der Sitzung des Stadtrates der Stadt Strehla am 19. Februar 2019 einstimmig beschlossen.
Gern sind wir bereit, unsere Anregungen und Beobachtungen mit Vertretern und Verantwortlichen aus der Bürgerschaft, aus der Verwaltung, aus der Wirtschaft, aus den Spitzenverbänden oder aus der Politik zu erörtern.
Das Positionspapier plus Anlagen finden sie unten als Downloadlink.
Mit freundlichen Grüßen
Stadt Strehla
Jörg Jeromin
Bürgermeister
Positionspapier der Stadt Strehla